Wo stehst du? –Für ein friedliches Miteinander!

Poster gegen Gewalt
Wo stehst du? –
Für ein friedliches Miteinander!
GEGEN GEWALT

Gewalt

Gewalt hat viele Facetten und tritt in vielen Bereichen des Lebens – auch da, wo man sie zunächst nicht sofort vermutet – in Erscheinung. Sie kann verbal oder auch nonverbal sein , sie kann körperlich sein oder sich gegen Sachen richten. Am schwerwiegendsten ist sicher die Gewalt gegen Menschen. Egal ob in den eigenen vier Wänden, auf dem Schulhof, in der U-Bahn oder auf dem Weg zum Stadion - für die Betroffenen hat sie meist dramatische Folgen. Zu den körperlichen Verletzungen kommen seelische hinzu, welche oftmals langsamer oder sogar nie verheilen.
Gewalt kann im Kleinen anfangen, mit Blicken, Gesten oder Worten und in schwerer Misshandlung enden. Ein Hinsehen anderer ist immer erforderlich. Jeder ist aufgefordert, sich zu fragen: "Wo stehst du?" Denn oftmals sind es gerade die Anderen, das Umfeld, die aktive Hilfe leisten können: Indem sie hinsehen, sich einmischen, Hilfe rufen.
Ebenso ist jedoch auch jeder Einzelne als potentieller Täter gefragt, sich über sein Handeln und dessen Folgen im Klaren zu sein. Menschen, die in emotionalen Situationen überreagieren, die leicht austicken oder gar solche, die die Auseinandersetzung und die damit verbundene Grenzerfahrung suchen, müssen wissen, dass ihr Tun nicht nur strafbar und unsozial ist sondern auf andere eine nicht abschätzbare Wirkung hat und schlimmstenfalls dramatisch enden kann. Für Opfer und Täter.

Wo stehst du? –Vor dem Ball sind alle gleich!

Poster gegen Rassismus
Wo stehst du? –
Vor dem Ball sind alle gleich!
GEGEN RASSISMUS

Rassismus

Wie sieht er aus, der tägliche Rassismus? In unserer Gesellschaft kann man genug Beispiele für Rassismus finden, in Worten, in Taten, aber auch strukturell. Vielerorts werden Menschen wegen ihrer Abstammung, Herkunft oder aufgrund ihres Aussehens zu Menschen zweiter Klasse degradiert. Das ist kein alleiniges Problem des Fußballs. Aber es sind noch immer viel zu viele, die zum Fußball gehen und ihren Rassismus im Kopf und ihn auch nach außen tragen. Uns ist wichtig, so viel wie möglich dafür zu motivieren, sich rechtzeitig dagegen zu wenden und der Vernunft eine Stimme zu geben. Wo stehst du?

Tatort Stadion 2

Flyer Tatort Stadion
Tatort Stadion 2
Die Ausstellung über Fußball und Diskriminierung zu Gast in Bielefeld

»Wissenschaft trifft Praxis«

»Keine Politik im Stadion!?«

Zum zweiten Mal nach 2004 kommt die Ausstellung Tatort Stadion nach Bielefeld. Dieses Mal hat das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld in Kooperation mit dem Fan-Projekt Bielefeld e. V. die Federführung bei der hiesigen Konzeption übernommen.
Die zweite Auflage der Tatort Stadion-Ausstellung trägt dem Umstand Rechnung, dass sich seit 2001, als BAFF (Bündnis Aktiver Fußball-Fans) die Ausstellung konzipierte, eine Menge weiterentwickelt hat - sowohl in Fragen der Diskriminierung als auch hinsichtlich der Gegenstrategien. Diskriminierung gibt es nach wie vor, aber sie wird nun oft subtil und seltener offen und plakativ ausgelebt. Sicherlich hat auch der Personalwechsel an der Führungsspitze des DFB seinen Anteil daran, dass z. B. rassistische Auswüchse in den letzten Jahren 10 Jahren zurückgegangen sind. Mit Theo Zwanziger kam der erste Präsident, der diesbezügliche Missstände klar und offen benannte und auch weiterhin benennt. Damit werden nicht gleich alle Probleme aus dem Stadion geschafft, aber sie können anders angegangen werden. Viele Vereine haben das mittlerweile auch erkannt und deshalb ist es sehr erfreulich, dass sich ebenfalls der DSC Arminia Bielefeld seiner Verantwortung bewusst ist und der Ausstellung mit dem ehemaligen VIP-Raum der SchücoArena einen würdigen Rahmen gibt.
»Keine Politik im Stadion« ist damit ein Slogan, der momentan nicht zeitgemäß erscheint und es auch bisher meistens nicht war. Denn solange Diskriminierungen Teil der Fußballwelt sind, braucht es auch deutliche und positive Aktionen und Reaktionen darauf.

Die Kooperation zwischen Wissenschaft und Praxis blickt in Bielefeld im Übrigen auf eine lange Tradition zurück. So war das erste Bielefelder Fan-Projekt in den 1980er Jahren an der Universität angesiedelt. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgte seinerzeit durch Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer, auf den auch die Gründung des IKG im Jahre 1997 zurückgeht. Die damals gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse dienen noch heute als wesentliche Grundlage der deutschlandweiten Fanarbeit.

Dank geht an dieser Stelle an alle Unterstützerinnen und Unterstützer, die diese Ausstellung in der vorliegenden Fassung mitgetragen und mitgestaltet haben:
Arminia Supporters Club (ASC) – Robert-Bosch-Stiftung – DSC Arminia Bielefeld

Ort: SchücoArena (ehemaliger VIP-Raum in der Westtribüne); Bielefeld
Zeitraum: 07.02.–25.02.2011
Öffnungszeiten: Montag–Freitag 14–19 Uhr
Führungen für Schulklassen u. a.: nach Absprache, i.d.R. vormittags
Kontakt:
martin.winands@uni-bielefeld.de / 05 21. 106-31 61 oder 041 31. 677-78 65 und
info@fanprojekt-bielefeld.de / 05 21. 610 60 oder 96 75 09 99

Wo stehst du? –Fußball ist alles – auch schwul!

Entwurf für die Homophobie-Kampagne
Wo stehst du? –
Fußball ist alles – auch schwul!
GEGEN HOMOPHOBIE

Homophobie

Max Goldt sagte einmal, »schwul zu sein sei nur eine von über hundert Eigenschaften, die auf ihn zuträfe« und deshalb sei eine Reduktion seiner Person auf genau diese eine Eigenschaft absolut unsinnig.
In der Tat ist nicht nachzuvollziehen, warum bestimmte sexuelle Neigungen einen Menschen zu jemand Minderwertigem machen sollen. Diskriminierungen sind hier völlig fehl am Platze. Entscheidend ist im zwischenmenschlichen Bereich immer der gegenseitige Respekt voreinander. Im übrigen sieht man nur selten jemandem an, wie sie oder er in dieser Frage »drauf« ist. Es sind jedenfalls weit mehr als viele denken. Seriöse Schätzungen gehen davon aus, dass 10% der erwachsenen Bevölkerung homosexuelle Vorlieben haben; es ist in unserer pluralistischen Gesellschaft also durchaus eine Normalität – auch auf den Stadionrängen.

Wo stehst du? –Für Respekt vor dem Eigentum Anderer!

Plakat gegen Vandalismus
Wo stehst du? –
Für Respekt vor dem Eigentum Anderer!
GEGEN VANDALISMUS

Vandalismus oder: Schiri, wir wissen wo dein Auto steht!

Offensichtlich verleiht der Fußball manchem ein falsches Hochgefühl. Aus »Frust« oder »guter Laune« werden immer wieder Autos demoliert, Pfähle umgeknickt, Verkehrsschilder aus ihrer Verankerung gerissen, alles mögliche mit Stickern vollgeklebt oder auch gern mal in Vorgärten gepisst.
Kavaliersdelikte? Mitnichten.
Wohl kaum einer würde eine der genannten Untaten bei sich selbst tolerieren, also was soll der Mist?!
Bielefelder Fans auf Auswärtstour, und nicht nur die, sind auch immer ein Aushängeschild ihrer Stadt, nicht nur ihres Clubs. Entsprechend entspanntes Auftreten garantiert auch beim nächsten Mal, dass man gern gesehener Gast ist... Und ganz nebenbei können dadurch kommunale Ausgaben und Versicherungsbeiträge gesenkt werden.

Wo stehst Du?

Arminia Bielefeld und weitere Initiatoren starten eine Kampagne gegen Alkoholmissbrauch und Vandalismus im Fußball-Kontext.

Foto Pressekonferenz
v.l.: Erwin Südfeld (Polizeipräsident), Pit Clausen (Oberbürgermeister), Ursula Castrup (Drogenberatung), Daniel Müller (Dachverband), Ole Wolf (Fan-Projekt), Wolfgang Brinkmann (DSC-Präsident), Christian Venghaus (DSC-Fanbeauftragter), Jürgen Siemering (Arminia Supporters) und Ralf Schnitzmeier (DSC-Geschäftsführer)

Unter dem Motto "Wo stehst du?" starten Arminias Fan AG und der Sozial- und Kriminalpräventive Rat der Stadt Bielefeld (SKPR) dieser Tage eine Plakat- und Öffentlichkeitskampagne, die an verschiedenen Stellen das Stadtbild prägen wird. Die Kampagne wurde am Donnerstagnachmittag im Beisein von u.a. Oberbürgermeister Pit Clausen, Polizei-Präsident Erwin Südfeld, DSC-Präsident Wolfgang Brinkmann und DSC-Geschäftsführer Ralf Schnitzmeier der Öffentlichkeit präsentiert.

Im Fokus stehen verschiedene gesellschaftliche Problembereiche, zunächst jedoch Alkoholmissbrauch und Vandalismus. Beides Felder, die sowohl gesamtgesellschaftlich als auch in der Fanszene von Bedeutung sind. Hier ergab sich der Anknüpfungspunkt zum SKPR und zur gemeinsamen Kampagne.

Die Fan AG des DSC dürfte so manchem Arminia-Anhänger bekannt sein. Sie besteht aus Vertretern von DSC-Fanbetreuung, Arminia Supporters Club (ASC), dem Dachverband der Arminia-Fans und dem Fan-Projekt Bielefeld. Dieses Gremium bearbeitet nicht nur Fan-relevante Themen und Probleme, obendrein werden Ressourcen gebündelt und Initiativen gestartet. Die Arbeitsgruppe des SKPR kommt aus den Bereichen des Sports (Stadtsportbund, Arminia, Fan-Projekt, der Polizei, der Drogenberatung, der Universität und des Jugendamtes der Stadt Bielefeld.

Der Fußball als Volkssport Nr.1 eignet sich wohl wie keine andere Sportart, um bestimmte Missstände aufzuzeigen und an den Wurzeln zu packen. Das Geschehen im Stadion, aber auch die Fußballkultur im Ganzen besitzen mittlerweile beinahe schon gesamtgesellschaftliche Relevanz. Dazu kommt eine entsprechende öffentliche Aufmerksamkeit, die diesen Umstand begleitet und erhöht.

Arminia und die Initiatoren möchten hier ein klares Zeichen setzen, sich positionieren und den Blick auf die Inhalte der Kampagne lenken. Diese soll mit dafür sorgen, dass sich jeder Einzelne mehr in die Verantwortung nimmt. Für sich, aber auch für sein Umfeld. Jeder soll für sich eine Antwort finden auf die Frage: Wo stehst du?